Badische Zeitung vom 27. März 2019

500 Tütchen mit Nahrung für „Biene Maja“

Aktion des Schwarzwaldvereins

WEIL AM RHEIN (hf). Die Aktion „Biene Maja hat Hunger“, mit der der Schwarzwaldverein im vergangenen Jahr für Aufmerksamkeit sorgte, soll in die Bevölkerung hineingetragen werden. Bekanntlich hat Initiator Hermann Künzig mit einem Team Gleichgesinnter im Gewächshaus des Truz Wildblumen vorgezogen und dann vor rund einem Jahr auf der städtischen Panoramawiese unterhalb der Tüllinger Kapelle als Nahrungsgrundlage für Wildbienen und Schmetterlinge angepflanzt. „Mehr als die Hälfte davon hat den trockenen Sommer und den Winter überstanden“, freut sich Künzig.
Der vierte Platz beim Pflanzwettbewerb „Wir tun etwas für Bienen“ hat ihn nun dazu motiviert, rund 500 Tütchen mit einer ausgewählten Saatmischung zu bestücken, um diese kostenlos an Weiler Balkongärtner zu verteilen. Denn die allseits beliebten Geranien oder Lupinen böten Wildbienen, Hummeln und Schmetterlingen, die allesamt wichtige Bestäuber sind, keinen Nektar, ergänzt Künzig.
350 der selbst hergestellten rautenförmigen Tütchen, in denen sich Samen regionaler Wildblumenarten wie Mandelröschen, Natternkopf, Schlafmützchen oder von wildem Majoran befinden, sind bereits verteilt. Nun hat Künzig bei der Drogerie Rühle in der Innenstadt eine Verteilstelle eingerichtet, an der sich Balkongärtner kostenlos bedienen können. Wer das Projekt unterstützen möchte, der kann eine Spende in das bereitstehende Kässchen stecken. Auch auf dem Wochenmarkt am Donnerstag beim Berliner Platz gibt es die Tütchen. Die Samen sind bis Juli aussäbar – einfach Aussaaterde mit etwas Sand vermischen, die Samen verteilen, mit wenigen Millimetern Erde überdecken und gießen.
Gleichzeitig fordert Künzig alle Garten- und Balkonbesitzer dazu auf, Insektenhotels aufzustellen, da Wildbienen solitär leben. Die Brutröhren dürfen allerdings – anders als viele Baumarktmodelle – keinerlei Holzsprießen aufweisen, da diese die Flügel verletzen. Auch Tannenzapfen (diese schließen sich bei Nässe) und Holzwolle oder Heu haben in den Nisthilfen nichts verloren.
Weitere Nahrung für „Biene Maja“ soll übrigens die Übernahme der Patenschaft für eine Freifläche auf dem Friedhof sichern. Dort will der Schwarzwaldverein ebenfalls Wildblumensaat ausbringen.

Copyright © 2011. All Rights Reserved.