Weiler Zeitung: Tag des Wanderns / Biene Maja

Weiler Zeitung vom 14. Mai 2019

„Für mich ist das Entspannung pur“

Interview - Tag des Wanderns: Roland Christ vom Schwarzwaldverein spricht über sein Hobby

Weil am Rhein - Bundesweit wird heute der Tag des Wanderns mit verschiedenen Touren und Aktionen begangen. Saskia Scherer sprach mit Roland Christ, dem zweiten Vorsitzenden des Weiler Schwarzwaldvereins, über die Bedeutung dieses Tages und das Wandern im Allgemeinen.
Tag des WandernsHeute ist Tag des Wanderns.  Foto: Kristoff Meller

Ist der Weiler Schwarzwaldverein am Tag des Wanderns unterwegs?

Ja, wir unternehmen eine Feierabendwanderung. Gleichzeitig ist es eine Gesundheitswanderung, das hatten wir übrigens noch nie. Es handelt sich um eine Kooperation mit der Ortsgruppe Grenzach-Wyhlen, denn diese hat eine Gesundheitswanderführerin.

Was ist denn eine Gesundheitswanderung?

Das heißt, man rennt die Strecke nicht ab, sondern es wird auf die jeweiligen Bedürfnisse der Teilnehmer eingegangen. Sonst herrscht in der Gruppe ja immer der Drang, dem ersten Wanderer zu folgen, aber viele sind dann zu schnell unterwegs. Jeder soll in seinem Tempo gehen – so, dass es für den Kreislauf anregend ist, aber niemand überlastet wird. Unterwegs machen wir außerdem Dehnübungen, die sich auch generell in den Alltag einbauen lassen. Danach geht es auch leichter weiter.

Was macht diesen Tag besonders?

Deutschlandweit sollen Vereine und Partner des Deutschen Wandervereins mit ihren Angeboten die Attraktivität des Wanderns aufzeigen und auf das Engagement, das sich dahinter verbirgt, aufmerksam machen. Rund 20 000 ehrenamtliche Wegezeichner schaffen die Grundlage für den wachsenden Wandertourismus. Dazu gehört auch die Unterhaltung der Wanderheime. Es soll ein Sich-Erinnern sein, dass man die Natur wahrnimmt und aufnimmt, warum es wichtig ist, sie zu erhalten. Das Erleben geht nur, wenn man unterwegs ist, nicht zu Hause vor dem Fernseher. Im Schwarzwaldverein geht es ja außerdem nicht nur ums Wandern, sondern auch um den Naturschutz. Heute kommen wir zum Beispiel an dem Feld vorbei, das wir für Wildbienen angelegt haben, und werden sehen, wie sich das Projekt entwickelt hat.

Wie attraktiv ist Wandern heute noch?

Grundsätzlich sehr attraktiv – aber mehr im Freundeskreis. Wenn man sich umschaut, sind doch mehr Einzelpersonen oder kleinere Gruppen unterwegs. Das hängt gewiss auch mit der Altersstruktur in den Vereinen zusammen. Neu-Mitglieder sind nicht leicht zu finden.

Woran liegt das?

Manche meinen, im Schwarzwaldverein sind nur ältere Mitglieder. Das mag derzeit so sein, es kann sich ja aber auch nur ändern, wenn Jüngere dazustoßen. Wir bieten durchaus auch Wanderungen für 40- bis 50-Jährige an. Allerdings ist man mit Freunden natürlich auch flexibler, unsere Wandertemine im Jahresprogramm sind ja recht fix. Und Berufstätige sind natürlich zeitlich gebunden.

Roland ChristWie findet man immer neue Wanderstrecken?

Zum einen über Wanderliteratur, zum anderen gibt es viel im Internet. Derzeit sind wir auch mit der Tourist-Information dabei, Wanderungen rund um Weil zu erarbeiten, die dann auch mit „Points of Interest“ ausgestattet werden, auf denen Wissenswertes geschrieben steht. Außerdem veranstalten wir Fahrradtouren gemeinsam mit der IG Velo. Klar wiederholt sich manches, aber Streckenabweichungen sind ja auch möglich. So gibt es immer Abwechslung.

Was reizt Sie am Wandern?

Für mich ist das Entspannung pur. Ich genieße die Ruhe, aber auch den Gesang der Vögel. Außerdem mag ich die körperliche Betätigung, die tut mir gut. Und ich kann jederzeit auch alleine losgehen. In der Gruppe kommt noch der schöne Austausch untereinander dazu.

Waren Sie denn schon immer gerne in der Natur unterwegs?

Ja, schon früher mit meinen Eltern. In meiner Jugend war ich dann nicht mehr so oft unterwegs, aber später kam das Interesse zurück. Und seitdem ist das Wandern ein fester Bestandteil in meinem Leben, ebenso das Radfahren. Ich finde es einfach herrlich – vor allem jetzt im Frühling, wenn alles blüht.


Weiler Zeitung vom 14. Mai 2019

Neue Nahrungsgrundlage für die Wildbienen

Erfolgsprojekt „Biene Maja hat Hunger“ wird fortgesetzt - Samen für 600 Quadratmeter-Friedhoffläche

Weil am Rhein - Das Erfolgsprojekt „Biene Maja hat Hunger“ soll weiter Früchte tragen. Der langjährige Schwarzwaldvereins-Vorsitzende Hermann Künzig, Initiator und Triebfeder des Vorhabens, will gemeinsam mit seinen Mitstreitern die Nahrungsgrundlage für Bienen und auch Vögel erweitern. Das hat er bei der Jahreshauptversammlung des Trinationalen Umweltzentrums (Truz) unterstrichen, das bei der Aktion ebenfalls mit im Boot war.

Auf einer von der Stadt zur Verfügung gestellten Wiese am Tüllinger sind vor einem Jahr 30 000 kleine Pflanzen eingesetzt worden, die aus Wildblumensamen gezüchtet wurden. Dabei ging es den Aktiven des Schwarzwaldvereins, dem Truz und Gärtnermeister Wolfgang Sprich aus Kandern nicht nur darum, den Hunger der Wildbienen zu stillen, sondern auch insgesamt eine bessere Nahrungsgrundlage zu schaffen. „Bienen, Pflanzen und Vögel brauchen Insekten, doch dieser Kreislauf ist gestört“, erinnerte Künzig bei der Versammlung. Und die Wiese soll zumindest etwas Abhilfe schaffen – auch mit der nektarreichen Blumenwiese, deren Pflanzen es zu 70 Prozent auch über den trockenen Sommer geschafft haben, freute sich Künzig. Und: Als Anerkennung für das Engagement errangen die Ehrenamtlichen den vierten Platz beim Pflanzwettbewerb „Wir tun etwas für Bienen“.

Die Hände in den Schoß zu legen, ist aber nicht die Sache von Künzig. So ist vor kurzem nun damit begonnen worden, zirka 600 Tüten mit Blumensamen grenzüberschreitend zu verteilen. Ziel ist wiederum, Wildbienen, Hummeln und Schmetterlingen eine Nahrungsgrundlage zu schaffen, da dies mit Geranien & Co. nicht der Fall ist. In den selbst hergestellten rautenförmigen Tütchen befinden sich Samen regionaler Wildblumenarten wie Mandelröschen, Natternkopf, Schlafmützchen oder auch von wildem Majoran.

Außerdem kann mit Unterstützung der Stadt in Person von Erster Bürgermeister Christoph Huber, der zugleich Truz-Vorsitzender ist, eine zirka 600 Quadratmeter große Freifläche auf dem Weiler Friedhof bepflanzt werden. In den nächsten 14 Tagen soll die Wildblumensaat stattfinden, kündigte Künzig an.

Biene Maja

Haben das Nahrungsangebot für die Wildbienen vor einem Jahr erweitert (v.l.): Gärtnermeister Wolfgang Sprich aus Kandern, Otto Imgrund und Hermann Künzig vom Schwarzwaldverein Weil am Rhein sowie Astrid Deek vom Trinationalen Umweltzentrum. 
Foto: Marco Fraune

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