Badische Zeitung: Velotour - Unterwegs im Jura

Badische Zeitung vom 4. Juli 2019

Auf Velotour

Unterwegs im Jura
Velotour Jura
Auf Velotour durch den Jura begaben sich Mitglieder des Schwarzwaldvereins und der IG Velo. Einen Halt legten sie vor dem Schloss der Basler Fürstbischöfe ein. Foto: privat


Der Einladung des Schwarzwaldvereins und der IG Velo zu einer informativen Fahrradexkursion folgten neun Radfahrer: Zwei ließen sich auf ihren Pedelecs von Batteriestrom unterstützen, sieben traten ohne Zusatzmotor in die Pedale. Start war morgens am Weiler Rathausplatz. Die Hinfahrt bei angenehmen Sommerwetter führte zunächst über die Hügel und durch die Täler des Sundgaus, vorbei an blumengeschmückten Fachwerkhäusern bis zur Schweizer Grenze. Dort fuhr die Gruppe über die kontinentaleuropäische Wasserscheide und gelangten in das Ajoie (Elsgau), um von dort über wenig befahrene Landwirtschaftswege und ausgewiesene Fahrradwege Porrentruy (früher auch Pruntrut genannt) zu erreichen. Die Stadt beherbergte über Jahrhunderte die Residenz der Basler Fürstbischöfe, vor der natürlich Halt gemacht wurde. Vom ehemaligen Fürstenschloss auf dem nördlichen Stadthügel hatte man einen guten Überblick. Anschließend ging es per Rad auf eine kurze, von Ulrich Siemann geführte Besichtigungstour durch die festlich mit Fahnen geschmückte Stadt. Nach der wohlverdienten Pause inmitten der historischen Altstadt brach man zur Rückfahrt auf. Ohne Pannen und konditionelle Aussetzer erreichten schließlich alle nach zurückgelegten 135 Kilometern und 1100 Höhenmetern, für die man etwa sieben Stunden benötigt hatte, wohlbehalten den Ausgangspunkt.

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Weiler Zeitung vom 4. Juli 2019

Damit es auch in der Stadt summt

Von Marco Fraune

Damit es auch in der Stadt summErster Bürgermeister Christoph Huber (3.v.r.) zeigte den Ausschussmitgliedern auf dem Friedhof die Naturwiesen. Foto: Marco Fraune

Weil am Rhein - Die Stadt setzt verstärkt auf den Insekten- und Artenschutz, der mit kleinen Maßnahmen große Wirkung entfalten soll. Beispielhaft hat dabei der Bau- und Umweltausschuss am Dienstagabend zwei Flächen auf dem Friedhof und einen langen Grünstreifen im neuen Wohnbaugebiet in Augenschein genommen.

Die Stadt will im Sinne des Artenschutzes Grünflächen umstrukturieren, erklärte Erster Bürgermeister Christoph Huber bei der Ortsbegehung. Statt kurz zu mähen soll darauf geachtet werden, die Lebensgrundlage für Falter & Co. in Schuss zu halten, was aber mit einem Mehraufwand für die städtischen Grünpfleger verbunden ist. „Dieser ist gerechtfertigt“, will Huber, dass die Stadt hier ihren Beitrag zum Artenschutz leistet.

So setze die Kommune schon jetzt kein Glyphosat ein. Auch die Friedhofsgärtner verzichteten auf Pestizide, nur gegen den Buchsbaumzünsler gehe man vor, schilderte Huber. Bei den großen Mattfeldflächen greife zudem der Trinkwasserschutz. Hier ist der Wasserverband seit längerem bemüht, zum Verkauf stehende Flächen in das Eigentum zu bekommen.

Artenvielfalt auf Friedhof

Auf dem Weiler Friedhof trägt ein Zusammenwirken von Stadt und Schwarzwaldverein bereits erste Früchte. So hatte der frühere Vorsitzende des Vereins, Hermann Künzig, beim Ersten Bürgermeister nach Flächen für Naturwiesen gefragt, die mit heimischen Samen versehen werden. Da aufgrund der veränderten Bestattungskultur hin zum kleineren Urnengrab Bereiche frei werden, wird hier nun mit zwei Naturwiesen etwas für die Artenvielfalt getan.

„Es ist nicht spektakulär. Es braucht seine Zeit“, blickte Huber auf die sich noch im Anfangsstadium befindliche Wiese. Hintergründe zum Projekt hatte Künzig noch auf der Truz-Jahreshauptversammlung geschildert (wir berichteten). Zeit zu wachsen haben die Pflanzen: In den nächsten acht bis zehn Jahren werde die Friedhofs-Wiese nicht benötigt, blickte Huber voraus.

Grün im Neubaugebiet

Aufgrund des trockenen Wetters und der späteren Samenausbringung deutlich dürftiger stellt sich aktuell noch der Ertrag einen Steinwurf entfernt mitten im Neubaugebiet Hohe Straße dar. Dort, wo eine Achse für die noch über den Läublinpark bis zur Vitra führende Tram-Verlängerung perspektivisch frei gelassen wurde, befindet sich ein Grünzug auf etwa 1000 Quadratmeter Fläche mit der zum Friedhofsbereich vergleichbaren Samenmischung.

Tulpen an Hauptstraße

Beim so genannten Straßenbegleitgrün wird mehr auf Artenvielfalt als auf einen kurzen Grünschnitt gesetzt, schilderte Huber. Zugleich achte man darauf, hier einen Bereich kurz zu halten, damit Radler freie Fahrt haben und von größeren Gewächsen nicht behindert werden. „Wir versuchen, die Grünbereiche auch im Sinne des Artenschutzes umzustrukturieren.“ Im 20er-Bereich der Hauptstraße in der Innenstadt zähle hingegen weiterhin die Optik mit selbst gezüchteten Tulplen & Co.


Badische Zeitung vom 4. Juli 2019 

Von Ulrich Senf

Sogar der Friedhof wird Bienenwiese

Auf der Suche nach Flächen, die ökologisch genutzt werden können, ist die Stadt fündig geworden / Kein Einsatz von Glyphosat

Friedhof 1

Üppiges Grün wächst auf dem Friedhof und soll bald zu einer nektarreichen Heimstätte für Bienen und andere Insekten werden.
FOTOS: Senf

WEIL AM RHEIN. Heimische Wildblumen sind wichtige Nahrung für Bienen sowie andere Insekten und sorgen damit für Artenvielfalt auch im Stadtgebiet. Die Stadt Weil am Rhein bemüht sich seit einiger Zeit, möglichst viele Flächen für die Aussaat solcher Wildblumen bereitzustellen – entlang des Straßenrands sind sie ebenso zu finden wie im Neubaugebiet Hohe Straße und nun sogar auf dem Weiler Hauptfriedhof.

„Das sieht aktuell noch nicht wirklich toll aus“, dämpft Erster Bürgermeister Christoph Huber die Erwartungen bei den Mitgliedern des Bau- und Umweltausschusses, die am Montagnachmittag zum Ortstermin auf den Friedhof geladen waren, um sich ein Bild der Situation zu machen. Einige der Pflanzen brauchen mehrere Jahre, bis sie sich voll entwickelt haben und dann auch so wie gewünscht Blüten ausbilden.Friedhof 3 xSchilder weisen auf die besondere Qualität der Wiese hin.

Anregung kam vom Schwarzwaldverein

Auf den Weg gebracht hat die Bepflanzung auf dem Hauptfriedhof der Schwarzwaldverein. Dessen früherer Vorsitzender Hermann Künzig war Ende des vergangenen Jahres auf Huber zugegangen und hatte nachgefragt, ob die Stadt nicht noch ein paar Flächen hätte, um die Aktion „Biene Maya hat Hunger“ weiter voranzubringen. Huber zeigte sich sofort interessiert und nach einer Bestandsaufnahme stand fest, dass man zwei Flächen auf dem Friedhof freigeben könne, die zusammen immerhin 800 Quadratmeter haben. Im Frühjahr wurden die Flächen hergerichtet und eingesät, inzwischen haben sich die Kräuter und Gräser, bei denen es sich um heimsche Wildblumen handelt, die fast ausgestorben waren, gut entwickelt. Hinweistafeln des Schwarzwaldvereins bitten, die Flächen nicht zu betreten, und erklären die Aktion.


Mittelachse als Biotop

Fündig geworden ist die Stadt aber auch im Baugebiet Hohe Straße. Die breite Mittelachse, die das Baugebiet diagonal quert, ist ebenfalls mit einer solchen bienenfreundlichen Samenmischung bestückt worden. Der späterer Aussaattermin hat dafür gesorgt, dass die Blumen hier noch eher verhalten sprießen – Grund genug für die Stadträte Foege und Bayer anzumahnen, dass die Stadt auch die Pflege solcher Bereiche ernst nehmen müsse. Mit dem Aussähen oder Pflanzen alleine sie es nicht getan, wie etwa die Bäume entlang der Nordwestumfahrung zeigten, von denen viele abgestorben seien. Da komme der Stadt eine Vorbildfunktion zu, mahnten Bayer und Foege an.

Friedhof 4Weniger Mähen bedeutet höheren Pflegeaufwand

Mit dem Anlegen der Bienenwiesen ist es bei der Stadt nicht getan. Auch bei der Ausgestaltung von Kreiseln und der Pflege der Straßenränder lege man immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit, so Huber. So würde entlang der Straßen außerorts nur ein schmaler, etwa einen halben Meter breiter Streifen regelmäßig kurz gemäht. Den Rest lasse man bewusst wachsen, um Insekten Nahrung zu geben. Nur zweimal im Jahr werde der Bereich gemäht. Das Gras bleibe dann zunächst liegen, damit es aussamen könne, und erst später zusammengerecht und weggefahren. „Das ist ein viel größerer Aufwand, als wenn man mit dem Mulcher alles regelmäßig abmäht, aber wir hoffen, dass es der Natur etwas bringt“, begründete Huber die Entscheidung. Ähnlich verfahre man auch in Verkehrskreiseln und auf Verkehrsinseln.

Kein Glyphosat im Einsatz

Ausgemustert haben die Stadtgärtner auch Glyphosate und andere sogenannte Roundups, betonte Huber in diesem Zusammenhang. „Auf unseren Flächen werden die schon längst nicht mehr eingesetzt“, erklärte er. Eine Ausnahme mache man einzig bei der Bekämpfung des Buchsbaumzünslers, dem auf andere Weise bisher nicht beizukommen sei. Auf den Einsatz von Unkrautvernichtern könne der Werkhof auch dort nicht ganz verzichten, wo er im Auftrag Dritter unterwegs und an Pflegeverträge gebunden ist.



VeloPost 4/2019: Neckar, Nagold & Enz

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Weiler Zeitung vom 26. Juni 2019

Vom Dreiländereck aus auf Drei-Flüsse-Tour

3 Flüssetour 20.6.1923 Radler des Weiler Schwarzwaldvereins und der IG Velo Weil am Rhein waren gemeinsam auf einer mehrtägigen Tour. Start war in Rottweil, der ältesten Stadt Baden-Württembergs. Zunächst ging es auf gut ausgebauten Radwegen den Oberlauf des Neckars entlang über Oberndorf, Sulz und Horb nach Rottenburg.

Von dort führte die Tour über die Hügel nach Westen nach Nagold. Der Nagold-Veloweg über Wildbad brachte die Weiler Radfahrer unter anderem nach Calw, wo es eine vollständige Fachwerkinnenstadt zu bewundern gab. Die Nagold mündet bei Pforzheim in die Enz – dort folgten die Radler dem Enzradweg Richtung Osten über Mühlacker, Maulbronn, Vaihingen, Bietigheim und Besigheim, wo die Enz in den Neckar mündet. Nach vier Tagen und vielen Besichtigungen von sehenswerten Orten und Klosteranlagen hatten die Radler 250 Kilometer zurückgelegt, größtenteils auf Radwegen.

Text: Roland Christ

Wo Vielfalt war, ist nur noch ein Kraut

Badische Zeitung vom 2. November 2019
Wo Vielfalt war, ist nur noch ein Kraut

Unbekannte haben die im Sommer angelegte Wildblumenwiese fast zerstört – durch das Ausbringen von Samen der Ramtillpflanze

Aus der Wildblumenwiese auf dem Friedhof ist eine von Ramtillkraut überwucherte grüne Einöde geworden.

FOTOS: Hermann Künzig
Von Ulrich Senf
WEIL AM RHEIN. War es nur falsch verstandene Umweltliebe oder gar böse Absicht? Die Frage mag Hermann Künzig als ehemaliger Vorsitzender der Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins und Mitinitiator der Aktion „Biene Maja hat Hunger“ nicht beantworten. Klar ist nur, dass Unbekannte einige der im Sommer angelegten Wildblumenwiesen fast zerstört haben – indem sie eine zusätzliche Pflanze aussäten: Das afrikanische Ramtillkraut, das als biologischer Unkrautvernichter sämtliche anderen Pflanzen verdrängt.

Noch im Juli hatten sich die Gemeinderäte bei einer Ortsbesichtigung auf dem Friedhof über die farbenprächtig blühenden Wildblumenwiesen gefreut und die Leitung der ehrenamtlichen Naturschützer gelobt. Auf mehr als 1000 Quadratmetern, rund 900 in zwei Parzellen auf dem Friedhof und rund 200 beim Hochhaus an der Stettiner Straße, waren zuvor Samen ausgebracht worden, die speziell aus heimischen Arten bestehen und damit den Bienen reichhaltig Nahrung geben sollten. Doch schon wenigen Wochen später war es mit der Freude vorbei. Da machte sich nämlich in kürzester Zeit, bedingt durch die Trockenheit, die anderen Pflanzen zusetzte, auf den beiden Anlagen auf dem Hauptfriedhof wie auch auf der privaten Fläche beim Hochhaus eine Pflanze breit, die alles andere zurückdrängte und nach und nach dafür sorgte, dass die Wildblumen abstarben.


„Ich bin völlig erschrocken, als ich darauf aufmerksam gemacht wurde“, erzählt Hermann Künzig, der sich auch von den Mitstreitern fragen lassen musste, was für eine Saatmischung er denn da angeschleppt habe. „Erst einmal ging es darum, herauszufinden, was das denn für ein Kraut ist, das alles verdrängt – und das war gar nicht so einfach“, berichtet der engagierte Umweltschützer und bekennende Bienenfreund, der schon seit Jahren die Aussaat solcher Wildblumenwiesen propagiert und tatkräftig unterstützt. Als dann feststand, dass es sich um das afrikanische Ramtillkraut handelt, wurden sofort Gegenmaßnahmen ergriffen. Um sicher zu gehen, dass sich das Kraut nicht weiter ausbreitet, wurde alles abgemäht und sogar mit einem Art Staubsauger Samen beseitigt. „Da war klar, dass unsere gesamte Arbeit für die Katz war“, fasst Künzig seine Enttäuschung zusammen. Das Kraut wird nämlich inzwischen als biologischer Unkrautvernichter und Gründünger eingesetzt, weil es die Eigenschaft hat, so schnell und dicht zu wachsen, dass heimische Pflanzen, die als Lichtkeimer auf Sonnenlicht angewiesen sind, sich gar nicht mehr entwickeln können und damit absterben.


Parallel machte sich Künzig auf die Suche nach den Ursachen. Dabei zeigte sich bald, dass es sich weder um verunreinigtes Saatgut handeln konnte, noch dass die Pflanze mit dem Humus eingeschleppt worden sein könnte – beides hätte nicht erklärt, warum das Ramtillkraut zeitgleich auf Flächen aufgetaucht ist, die mit verschiedenem Saatgut und mit verschiedenem Unterboden hergerichtet worden waren. „Von den Saatgutherstellern haben wir sogar eidesstattliche Erklärungen, dass die Mischungen einwandfrei waren“, erklärt Künzig.


Am Ende bleibt nur die Erklärung, dass „sich ein unbekannter Bienenliebhaber auf den Aussaatflächen zu schaffen gemacht hat und eine zusätzliche, nicht heimische Blumenpflanze ausgesät hat“, formuliert es Künzig. Der habe wohl „Gutes“ für die Honigbiene tun wollen, am Ende aber dafür gesorgt, dass die Bienen nichts mehr zu fressen finden. „Diese Pflanze ist für unseren ehrenamtlichen Naturschutz sehr schädlich“, fasst Künzig zusammen und appelliert an den Verursacher: „Lieber aktiver Bienenfreund: Ihr Blumengeschenk auf Kuckucksart wollen wir nicht, weil es unsere geplante Nachhaltigkeit zerstört! Kommen Sie zu uns und machen bei uns mit“, lädt er, nicht ohne ironischen Unterton, ein.


Arbeit gibt es genug: In Kürze soll nämlich neuer Samen – selbstverständlich von heimischen Wildblumen – ausgebracht werden. Die sollen hoffentlich auf Jahre hinaus mir ihrer Farbenpracht Freude bringen und Bienen als Futter dienen.



Weiler Zeitung vom 2. November 2019

Ramtillkraut macht sich auf Wildblumenwiesen breit

Natur : Verantwortliche, die Flächen für Insekten angelegt haben, ärgern sich über schädliche Aussaat

Weil am Rhein. Die Verantwortlichen der Naturschutzabteilung des WeilerSchwarzwaldvereins und der
ehrenamtlichen Gruppe „Stettiner Straße 7" sind enttäuscht, Ramtillkraut 1wie ihre ehrenamtliche Arbeit von sachunkundigen Leuten geschädigt oder sogar teilweise zerstört wird. Beide Gruppen hatten sich dieses Jahr unter großem Aufwand für Wildbienen und nektarabhängige Insekten sowie für aussterbende heimische Wildblumen eingesetzt und entsprechende Flächen auf dem Friedhof und an der Stettiner Straße angelegt.
  Nach der Aussaat hatte sich „ein unbekannter Bienenliebhaber" dort zu schaffen gemacht und eine zusätzliche, nicht heimische  Blumenpflanze ausgesät, heißt es in einer Mitteilung. „Er wollte bestimmt auf Kuckucksart zusätzlich etwas Gutes für Honig-Bienen hinzufügen" - und hatte das Ramtillkraut, eine in Afrika heimische Blu-menpflanze, nachträglich ausgesät. „Diese Pflanze ist für unsere ehrenamtliche Nafurschutzarbeit aber sehr schädlich", schildern Hermann Künzig vom Schwarzwaldverein und Hans Bund von der Arbeitsgruppe.
  Das afrikanische Ramtillkraut werde auch als Unkrautvernichter  eingesetzt, da es sehr schnell und sehr
dicht innerhalb von sechs Wochen praktisch auch ohne Wasser heranwachsen könne und somit langsamer wachsende Pflanzen überwuchere und ihnen das Licht wegnehme, so dass sie absterben müssen.
  Die Möglichkeit, dass das Kraut aus dem nachträglich eingebrachten Humus stammen könnte, sei sehr unwahrscheinlich beziehungsweise ausgeschlossen, weil auf den 200 Quadratmetern an der Stettiner Straße kein Humus hinzukam, heißt es weiter. „Das heißt, eine seit Jahren brachliegende Wiese wurde für die Aussaat vorbereitet, und das Ramtillkraut hat auch dort einen Großteil der gut entwickelten Wildblumenkultur überwuchert und absterben lassen."
  Die einjährigen Wildblumenpflanzen erreichen ihre Nachhaltigkeit durch Selbstaussaat nach der Samenreife. Die Samen fallen zu Boden und keimen durch die Feuchtigkeit. Danach seien sie abgestorben, weil ihnen das Licht durch das sehr schnell und dicht wachsende Ramtillkraut genommen wurde.

Kraut kommt in diesen Breitengraden nicht vor

  „Was auch für eine nachträgliche Kuckucksart-Aussaat spricht, ist, dass das afrikanische Ramtillkraut in unseren Breitengraden nicht zur Samenreife kommt", heißt es weiter. „Das Ramtillkraut ist einjährig und wird auch als Gründüngungspflanze eingesetzt, die wir aber für heimische Wildbienen wegen der feindlichen Nachhaltigkeit nicht brauchen können." Jegliche Nachdüngung sei unerwünscht. „Jeder, der etwas davon versteht, weiß: Je magerer der Boden, desto größer die Blütenpracht für die meisten nektarspendenden Wildblumen", so Künzig und Bund.
  Die Verantwortlichen fragen sich: „Warum müssen Unkundige als Verschlimmbesserer und als Kuckuck auf-treten und so kostspielige ehrenamtliche Tätigkeiten und weitere Motivationen zerstören?" Auf vergleichbare Art habe sich auch das als Plage auftretende Indische Springkraut verbreiten können.

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